111 Jahre Jubiläum der Knopfsergeanten im Heimfelder Schützenverein von 1890 e.V.
Festrede von Karlheinz Schneider am 10.4.2010 im „Jägerhof“
Es ist eigentlich ungewöhnlich, dass man ein Jubiläum nach 111 Jahren feiert. Der Vorstand ist aber der Meinung, dass nicht jeder Verein die Möglichkeit hat, solch ein ungewöhnliches Datum entsprechend zu würdigen.
Die Aufzeichnungen besagen, dass die Gründung der Knopfsergeanten-Vereinigung an einem Donnerstag – nämlich am 6. Juli 1899 stattfand.
Die Versammlung des Vereins fasste u.a. folgenden Beschluss: … dass der jeweilige Schützenkönig in der letzten Versammlung vor dem Vogelschießen zwei so genannte Knopfsergeanten ernennt.
Dieselben behalten ihre Charge für immer. Sie sind verpflichtet, wenigstens am ersten Festtag morgens den Umzug mitzumachen. Die Knöpfe haben sie sich selbst anzuschaffen und müssen gelb und von gleicher Größe wie die ersten sein. Mit diesem Beschluss wurde die „Garde des Königs“, wie die Knopfsergeanten genannt werden, geschaffen.
Die beiden ersten Knopfsergeanten wurden vom damaligen Schützenkönig Johann Albers aus der Niemannstraße ernannt. Es waren August Böttcher vom Radeland und Heinrich Hoppe aus dem Hohlweg (heute Nobleestraße). Beide gehörten zu den Gründern des Heimfelder Schützenvereins.
Leider gibt es über die ersten 50 Jahre der Vereinigung keine Aufzeichnungen mehr, da sie alle während des 2. Weltkrieges vernichtet wurden. Aus den vorhandenen Protokollen der Vereinsversammlungen ist sehr wenig über die Aktivitäten der Knopfsergeanten zu lesen, nur ab und an wer neuer Knopfsergeant geworden ist, lediglich zum 25-jährigen Geburtstag – da schlossen sich die Knopfsergeanten zu einer Vereinigung zusammen. Vorsitzender wurde der „Knopfsergeanten-Major“, ihm wurden ein Schriftführer und ein Kassierer zur Seite gestellt.
Der erste Knopfsergeanten-Major war Adolf Peters (1934).
Anfang der Dreißiger Jahre veranstalteten die Knopfsergeanten jährlich einen „Geselligen Abend“. Diese wurde bis 1969 durchgeführt. Das Essen musste jeder selbst bezahlen, die neu ernannten Knopfsergeanten hatten ein Fass Bier zu bezahlen. Da ab 1970 der Verein seinen Königsball immer Anfang März feierte, war kein Platz resp. Termin für diese Feste mehr vorhanden.
Nach dem 2. Weltkrieg stieg der Bestand an Knopfsergeanten rasch an. Ein Knopfsergeant wurde vom König ernannt und einen ernannte der Verein.
Am 16.1.1981 hatte der Verein 98 männliche Mitglieder, davon waren 52 Knopfsergeanten – ein Missverhältnis. Dieses wurde aufgebessert, indem dann nur noch der Schützenkönig (falls er noch nicht Knopfsergeant ist) zum Knopfsergeanten ernannt wird oder ein verdientes Mitglied. Damit reduzierte sich der Bestand auf 43 Mitglieder. Der heutige Bestand beläuft sich auf 32 Knopfsergeanten und 1 außerordentliches Ehrenmitglied.
Ich möchte diese Gelegenheit benutzen, ehemalige Majore, die nach dem Kriege die Vereinigung geführt haben hier nochmals in Erinnerung zu bringen.
Es waren: Willi Peters / Karl Felsch / Otto Neumann / Günter Klensang / Wilhelm Großpitz / Siggi Schmidt und Erich Lünsmann.
Mit Abordnungen aus fünf unserer befreundeten Vereine wurde vor 11 Jahren das 100-jährige Bestehen der Vereinigung an gleicher Stelle unter dem Motto „wie vor 100 Jahren“ gefeiert – d.h. auch die Getränkepreise wie vor 100 Jahren – ein für viele unvergessliches Jubiläum.
Ich wünsche mir, dass die Knopfsergeanten weiterhin die Elite im Heimfelder Schützenverein, darstellt und sie sich weiterhin für die Belange unseres Vereins engagieren.
Für den heutigen Tag wünsche ich noch allen einige schöne und unvergessliche Stunden. Als kleines Dankeschön für Eure Treue und Mitarbeit möchte der Vorstand zum 111-jährigen Bestehen jedem eine Jubiläumsnadel überreichen.
Karlheinz Schneider
Major der Heimfelder Knopfsergeanten
Heimfeld, den 10.04.2010
